Daten umstrukturieren

Aus Meinungsklima

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Es kann vorkommen, daß Daten aus mehreren Fällen (Zeilen in der SPSS-Datenansicht) zu einem Fall (einer Zeile) zusammengefaßt werden müssen. Das ist z.B. der Fall bei Mehrfachmessungen, wo zunächst für jede Versuchsperson ein Fall angelegt wird. Umgekehrt kann es sein, daß Daten, die in einem Fall in mehreren Variablen niedergelegt sind, auf mehrere Fälle aufgeteilt werden müssen.

Mehrere Fälle verbinden

Angenommen, Versuchspersonen eines Experimentes mit zwei Gruppen werden im Januar, Juni und Dezember nach ihrem Engagement während der Freizeit (mit Hilfe einer Thermometerskala von 0 bis 100) und der allgemeinen Lebenszufriedenheit (mit Hilfe der Cantril-Leiter) gefragt. Dann entsteht ein Datensatz wie der in der folgenden Abbildung.

Mehrfachbefragung

Zu jeder Versuchsperson (Vpn) gehören drei Zeilen, die jeweils die Meßdaten vom Januar, Juni und Dezember enthalten. Um die Daten so umzustrukturieren, daß für jede Versuchsperson nur ein Fall im Datensatz existiert, die Informationen über die drei Meßzeitpunkte aber erhalten bleiben, wählt man im Menü "Daten" den Punkt "Umstrukturieren...". Es öffnet sich der Umstrukturierungsassistent. Er läßt den Nutzer zuerst auswählen, welche Art der Umstrukturierung gewünscht wird. Für das Problem aus dem vorliegenden Beispiel ist der zweite Punkt "Umstrukturieren ausgewählter Fälle in Variablen" zu markieren.

Strukturassistent

Im nächsten Bild fragt der Assistent, welche Variablen als Bezeichnervariablen und welche als Indexvariablen bestimmt werden sollen.

  • Bezeichnervariablen legen fest, welche Fälle zusammengehören sollen. Im vorliegenden Beispiel sind das die Vpn-Nummern: Gleiche Nummer, gleiche Versuchsperson.
  • Indexvariablen legen fest, nach welcher Variable die übrigen Variablen mit den Messungen gebildet werden sollen. Im Beispiel ist das der Zeitpunkt: Zeitpunkt 1 gehört zu Messung 1, Zeitpunkt 2 zu Messung 2 und Zeitpunkt 3 zu Messung 3.
Strukturassistent

Der Strukturassistent stellt danach noch Fragen zur Sortierung der Fälle und der Anordnung der Variablen, dann kann die Änderung der Datenstruktur vollzogen werden. Das Ergebnis ist in der folgenden Abbildung festgehalten. Wie man leicht erkennt, gibt es nun zwar für jede Versuchsperson nur noch einen Fall, aber jeder Fall enthält für jede der drei Messungen (Januar, Juni, Dezember) eine eine eigene Variable.

Mehrfachmessung

Mehrere Variablen verbinden

Wenn man aus mehreren Meßzeitpunkten, die in einem Fall (einer Zeile) eingetragen sind, mehrere Fälle eines Datensatzes erzeugen will (also den in Beispiel 1 abgelaufenen Prozeß umkehren), hilft wieder der Strukturassistent aus dem Menü "Datei" > "Umstrukturieren...". Nun muß die erste Option ausgewählt werden: "Variablen zu Fällen". Auf der folgenden Seite ist nun festzulegen, wie viele Variablen umgewandelt werden sollen. Im vorliegenden Beispiel gibt es Mehrfachmessungen für das Engagement und die Zufriedenheit. Also müssen zwei Variablen zusammengefaßt werden. Welche das sein sollen, wird mit der folgenden Seite des Assistenten definiert.

Strukturassistent

Auf den nun folgenden Seiten des Strukturassistenten sind mehrere Angaben zu machen:

  1. Wie viele Indexvariablen sollen gebildet werden? Im vorliegenden Beispiel ist der Zeitpunkt der Messung das Unterscheidungskriterium für die Meßwerte. Es wird also eine Indexvariable benötigt.
  2. Name und Label für die Indexvariable können im nächsten Schritt festgelegt werden.
  3. Der nächste Schritt des Assistenten regelt den Umgang mit nicht zu gruppierenden Variablen und fehlenden Werten.

Nach dem Ausführen der Umstrukturierung entspricht die Struktur der Daten wieder der im ersten Bild gezeigten: Für jeden Meßzeitpunkt steht ein einzelner Fall im SPSS-Datensatz. Da in dem hier verwendeten Beispiel die Operation aus Beispiel 1 einfach nur rückgängig gemacht wurde, ist der Datensatz am Ende identisch mit dem am Anfang.

Sonstiges

Der Assistent bietet auch noch das Transponieren aller Daten an. Dabei wird aus jedem Fall eine Variable und aus jeder Variable ein Fall. Für die genauen Einstellungen gibt es einen eigenen Assistenten, der hier jedoch nicht näher vorgestellt wird.

Außerdem ist zu beachten, daß die Art der Einstellungen und Vorgaben für den Assistenten stark von der Ausgangsdatenstruktur und dem Ziel der Transaktion abhängig ist. Es empfiehlt sich also in Fällen, die anders gelagert sind als das hier verwendete einfache Beispiel, die Literatur und die Hilfe zu konsultieren und ggf. mit unterschiedlichen Einstellungen zu experimentieren, bevor man die Daten endgültig umwandelt. Da der Assistent direkt auf den ursprünglich herangezogenen Datensatz einwirkt, sollte man für Tests mit einer Sicherungskopie seiner Daten arbeiten.

Persönliche Werkzeuge